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Bemerkenswerte Antrittsrede

Bhofste
29. November 2011 0 Kommentare

Die Eröffnungsrede des Altersvorsitzenden, d.h. des ältesten dazu bereiten Ratsmitgliedes, Bernd Hofste, die er zur Eröffnung der konstituierenden Ratssitzung hielt, wurde von vielen Zuhörern als sehr bemerkenswert und beeindruckend bezeichnet.
Wir möchten sie hier an dieser Stelle noch einmal für alle Interessierten veröffentlichen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
als an Lebensjahren ältestes Mitglied des Rates der Stadt Bad Bentheim ist es für mich eine große Ehre und Freude, die 1.Sitzung des Rates für die Wahlperiode 2011 bis 2016 eröffnen zu dürfen.
Als an Ratserfahrung jüngstes Mitglied gestatten Sie mir bitte trotzdem einige persönliche Worte zur Begrüßung:
Als Chorsänger ist mir wohl bewußt, dass bei einem Konzert - wenn es denn gelingen soll - es sowohl auf die Qualität der einzelnen Stimmen und Instrumente als auch auf deren gelungenes Zusammenspiel ankommt.
Das geht dann besonders gut, wenn jeder seinen eigenen Part gut vorbereitet hat, ab und zu auch zum Dirigenten schaut und dazu noch auf die anderen Stimmen hört.
Dass wir uns für die Sitzungen des Rates und der Ausschüsse gut vorbereiten, halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Dass wir den Bürgermeister als Dirigenten akzeptieren und mit Rat und Tat unterstützen ebenfalls. Das richtige Zuhören aber will gelernt sein und muß immer wieder neu geübt werden.
In meinem Beruf habe ich es erlebt, dass man nicht aufeinander hören wollte oder konnte. Bestimmte Interessen standen im Vordergrund, Ziele wurden formuliert ohne eigenes Zutun und es wurde erwartet, dass man „funktioniert“. Dann konnte es geschehen, daß der Mensch dabei auf der Strecke blieb, weil es ihm mangelte an Wertschätzung, Respekt, Lob und Unterstützung.
Als ich dann an den ersten Zusammenkünften in dem für mich neuen Umfeld der Kommunalpolitik teilnahm, spürte ich zu meiner ganz großen Überraschung einen anderen Geist. Hier kann man teilhaben an der Formulierung von Zielen. Hier ist Hören auf unsere Mitmenschen Grundvoraussetzung für gutes Gelingen. Als Kommunalpolitiker haben wir ein Mandat erhalten von den Mitbürgern, die uns gewählt haben. Auf diese Menschen müssen wir hören und dabei unsere eigenen Interessen in den Hintergrund stellen.
Aber was nutzt gutes Zuhören, wenn wir nicht zu erkennen geben, dass wir auch verstanden haben. Wer hat nicht schon mal den Satz gehört: „Du hörst mir ja gar nicht zu!“ Nach Worten müssen Taten folgen, sonst werden wir unglaubwürdig, verlieren an Vertrauen und das so schön angefangene Konzert endet in Mißklängen, Streitereien und Selbstgefälligkeit.
Ich selbst werde mich neben meinen direkten Aufgaben im Rat, in den Ausschüssen, Beiräten und der eigenen Partei immer für gutes Zuhören einsetzen.
Alle in diesem Rat vertretenen Parteien bekennen sich in Ihren jeweiligen Grundsatzprogrammen zur „Würde des Menschen“.
Mir ist wichtig, daß wir diese Kultur der Mitmenschlichkeit befolgen. Das heißt auch, daß wir in Fällen, wo dieses nicht gelingt diejenigen zur Ordnung zu rufen, die sich nicht daran halten.
Ich bin ganz froh darüber, daß keine der im Rat vertretenen Parteien die alleinige Mehrheit hat.
Auf diese Weise bleiben wir viel besser in der Übung miteinander vernünftig umzugehen und gemeinsam zum Erfolg zu kommen.
Wie sagte schon Albert Einstein:
Ein Abend, an dem sich alle Anwesenden völlig einig sind, ist ein verlorener Abend.
Übereinstimmungen führen uns zusammen, Unterschiede führen uns weiter!
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
 



 

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